Wähle an der Haltestelle eine horizontale Linie in mittlerer Entfernung, entspanne den Blick und atme dreimal länger aus als ein. Spüre das Gewicht der Füße, die Textur des Bodens, die Luft an der Haut. Diese sensorische Verankerung reduziert innere Hektik, öffnet peripheres Sehen und macht deinen Radius für Kontakt, Orientierung und spontane Freundlichkeit größer, noch bevor der Bus eintrifft.
Nutze die Sekunden im Fahrstuhl als geschützten Mini-Raum: Schultern sinken lassen, Kiefer lösen, Zunge vom Gaumen lösen, einmal sanft seufzen. Der Körper versteht diese feinen Signale als Entwarnung. Widerstehe dem Reflex, sofort zum Handy zu greifen, und schenke dir drei ruhige Atemzüge. Du erreichst das Stockwerk spürbar sortierter, mit freundlicherer Stimme und natürlicher Bereitschaft, klar zu beginnen.
Richte für zwei Minuten den Blick auf etwas Lebendiges draußen: ein Baum, ein Strauch, sogar ein Stück Himmel, das zwischen Fassaden aufscheint. Lass die Augen wandern, ohne zu starren. Während der Blick in die Tiefe fällt, beruhigen sich Mikrobewegungen, der Atem weitet sich, und Gedanken sortieren sich. Kehre anschließend mit frischer Weite zurück an Bildschirm, Gespräch oder Aufgabe.
Schließe die Augen und erinnere dich an einen Ort in der Natur, den du magst. Rufe Geräusche, Temperatur und Gerüche ab, als würdest du ihn durchschreiten. Diese multisensorische Vorstellung aktiviert ähnliche Netzwerke wie reale Eindrücke, vermittelt Geborgenheit und stärkt Zuversicht. Öffne danach langsam die Augen und nimm einen bewussten Atemzug, bevor du weiterarbeitest.
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